
Wie lange kann ein Mensch eigentlich wach bleiben?
Ein spannendes Thema, das immer wieder auftaucht – besonders in einer Arbeitswelt, in der viele von uns ständig „on“ sind. So auch gestern in meinem Seminar „Gesunder Schlaf als Erfolgsfaktor“.
Der aktuelle wissenschaftliche Konsens ist klar:
Schon nach 16–18 Stunden Wachsein sinken Konzentration, Reaktionsfähigkeit und emotionale Stabilität deutlich.
Und spätestens nach 24 Stunden ohne Schlaf arbeitet unser Gehirn so, als hätten wir Alkohol im Blut.
266 Stunden wach. Weltrekord oder Wahnsinn?
11 Tage und 2 Nächte.
So lange blieb der Brite Tony Wright 2007 wach und überbot damit den berühmten Rekord von Randy Gardner (1964) mit 264 schlaflosen Stunden. Beides sind unglaubliche Experimente.
Während Gardner am Ende halluzinierte und kaum noch ansprechbar war, hatte Wright eine andere Strategie: Rohkost-Diät: Er aß nur Nüsse, Bananen, Avocados und trank Karottensaft. Gehirn-Hack: Er versuchte, wie Delfine abwechselnd eine Gehirnhälfte "schlafen" zu lassen.
Sein Fazit? Er fühlte sich nicht müde, sondern "berauscht".
Warum wir das trotzdem NICHT nachmachen sollten: Das Guinness-Buch der Rekorde hat diese Kategorie mittlerweile gestrichen. Zu gefährlich. Zu gesundheitsschädlich.
Für uns im Business-Alltag zeigt dieser extreme Fall eines: Unser Gehirn ist eine hochkomplexe Maschine. Tony Wright musste zu extremen Tricks greifen, um die Natur zu überlisten. Wir versuchen das oft einfach mit... Kaffee.
Und scheitern.
Ohne echte Regeneration (Empfehlung: 7–9 Stunden) leidet unsere Performance massiv. Wir werden unkonzentriert, gereizt und treffen schlechtere Entscheidungen.
Guter Schlaf ist durch nichts zu ersetzen, er ist lebenslang der größte Resilienzfaktor.